» Regierungsratswahlen
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» Von den Medien und der Öffentlichkeit wenig wahrgenommen, ist die kantonale Ebene im schweizerischen politischen System sehr bedeutend: Die Bundespolitik gibt nur den Rahmen vor, die konkrete Umsetzung geschieht auf der Ebene der Kantone. Im öffentlichen Verkehr, auf der der Strasse, in der Grundschule oder an der Universität, im Spital oder im Altersheim oder bei den Steuern – wir sind täglich von der kantonalen Politik betroffen.
Der Grosse Rat: Wie der Nationalrat bildet der Grosse Rat im Kanton die parlamentarische Ebene. Die Grossratswahlen werden nach dem Proporz durchgeführt: Zuerst werden den Parteien die ihnen gemäss der Wählerstärke im Wahlkreis zufallenden Sitze zugeteilt, erst danach wird innerhalb der Parteiliste ermittelt, welche Personen die Sitze einnehmen dürfen.
Der Regierungsrat: Die Regierungsratswahlen hingegen funktionieren nach dem Prinzip des Majorz. Das gesamte Kantonsgebiet bildet einen einzigen Wahlkreis. Alle gemeldeten Kandidaten sind im ganzen Kanton wählbar. Gewählt sind gemäss dem Majorz diejenigen 7 Kandidatinnen und Kandidaten welche die meisten Stimmen erhalten und das absolute Mehr erreichen.
Gemäss der Verfassung ist einer der 7 Sitze für die sprachliche Minderheit des Berner Juras reserviert. Dieser Sitz wird nach einem speziellen Verfahren ermittelt.
Am 9. April 2006 wurde - erstmals seit 1986 - ein mehrheitlich rot-grün zusammengesetzter Regierungsrat gewählt (3 SP, 1 Grüner, 2 SVP und 1 FDP). Bei den Regierungsratswahlen im März 2010 wurde diese rot-grüne Regierungsmehrheit bestätigt. Der Kanton Bern ist damit weiterhin der einzige Flächenkanton der Schweiz, welcher rot-grün regiert wird.